PROJEKT:

Projekt tatranskej flory
Projekt: Hochgebirgsflora
Project: High-Mountain-Flora

I. Ziel

Ziel ist das Kennenlernen der Vegetation am Südhang der Hohen Tatra anhand eines Besuches des botanischen Gartens und des TANAP-Museums im Tatranationalpark. Auf unserer Wanderung entlang der Magistrale hatten wir die Aufgabe, diese Pflanzen wiederzuerkennen und ihren spezifischen Vegetationsstufen zuzuordnen.

II. Teilnehmer


III. Allgemeines

Die Hohe Tatra ist das kleinste Hochgebirge der Welt und zugleich auch das höchste Gebirge der Slowakischen Republik. Sie ist das einzige slowakische Gebirgsmassiv mit alpinen Charakter und erstreckt sich in Norden der Slowakei an der Grenze zwischen der Slowakei und Polen.
Im Tatranationalpark herrscht ein überwiegend kaltes bis sehr kaltes Gebrigsklima mit Kontinentalcharakter vor. Es äußert sich sowohl durch einen großen Unterschied zwischen den Sommer- und Wintertemperaturen, als auch durch starke Niederschläge während der Sommerzeit. Es ist noch zu betonen, daß sich die Mikroklimata am Nord- und Südhang unterscheiden. Durch die Hangexposition (Nord - Süd), die gewöhnliche Windrichtung und unterschiedliche Reliefformen (am Nordhang gibt es wesentlich mehr bewaldete Hügel, die die Feuchtigkeit speichern) kommt es dazu, daß es an dem Südhang der Hohen Tatra wenige Niederschläge und intensivere Sonneneinstrahlung gibt. Das dadurch bewirkte Klima ist maßgebend für Vorkommen, Charakter und Art des Pflanzen- und Tierlebens.
Das Gebirgsmassiv besteht vorwiegend aus Granit, der einen sauren Boden bewirkt.
Mit steigender Meereshöhe, und damit sich ändernden klimatischen Bedingungen kann man in der Tatra folgende Vegetationsstufen unterscheiden:
die Montanstufe (800 - 1400 m)
die Supramontanstufe (1400 - 1550 m)
die Subnivalstufe (1550 - 1850 m)
die Alpinstufe (1850 - 2300 m)
die Subnivalstufe (über 2300 m)


Wegprofil der Exkursion vom 20.05.1997

In der Montanstufe (Tatrawälder) wachsen neben der Fichte, die als das meistverbreiteste Holzgewächs vorkommt, auch Tannen, Kiefern, Lärchen, Birken und Vogelbeerbäume. Die Fichte ist gegen den Wind anfällig. Eine andere Gefahr stellt der Borkenkäfer dar, der durch Pheromone bekämpft wird.
Die Supramontanstufe ist ein Übergang zwischen der Montan- und der Subalpinstufe und hat eine große ökologische Bedeutung. Hier kommen Pflanzen von diesen beiden Stufen vor.
Auf der Subnivalstufe sind buschartige Latschenkiefern vorherrschend. Hier und da finden sich Zirbelkiefern, Wacholder, verkrüppelte Birken und Weiden. In Bodennähe wachsen Preisel- und Heidelbeeren.
Unter den rauhen klimatischen Bedingungen der Alpinstufe wachsen verschiedene Gräser. Die kleinen bodennahen Sträucher der stumpfblättrigen Zwergweide und der Krautweide, zahlreiche Flechtenarten und Hochgebirgspflanzen, die ihren Bau nach so beschaffen sind, daß sie lange Zeit hindurch unter hohem Schnee existieren können.
In den höchstgelegenen Stellen der Hohen Tatra findet man die letzte Vegetationsstufe, die Subnivalstufe. In diesem Bereich finden wir auf dem steinigen Untergrund fast nur Moose und Flechten. Diese spielen als Pionierpflanzen auf nacktem Gestein eine bedeutende Rolle bei der Verwitterung. Gleichzeitig dienen sie als Bioindikatoren. Am auffallendsten ist die Landkartenflechte an den Felsen und die Bandflechte an den Bäumen.

IV. Kurze CHarakterisierung der Pflanzen in der Hohen Tatra

Nadelbäume:

1.
Larix decidua (Europäische Lärche)
Höhe:40m
Stamm:grau-braun
Äste:hängend
Nadeln:weich in Büscheln in Kurztrieben
Zapfen:rot, 3cm


2.
Picea abies (Gemeine Fichte)
Stamm:rötlichbraun
Krone:spitz, pyramidenförmig
Nadeln:grün, vierkantig, spitz
Zapfen:hängend


3.
Pinus mugo (Bergkiefer/Latschenkiefer)
Stamm:graubraun, verzweigt
Nadeln:dunkelgrün, stumpf, 2-7cm
Zapfen:stehend, 2-5cm


4.
Pinus sylvestris (Gemeine Kiefer/Wald-Kiefer)
Stamm:unten fuchsrot, oben graubraun
Nadeln:paarig, 4-7cm, blau-/graugrün, gekrümmt
Zapfen:hängend, 2-7cm


5.
Pinus cembra (Zirbel-Kiefer)
Höhe:10-25m
Nadeln:5 Nadeln pro Kurztrieb
Zapfen:5-8cm


6.
Abies alba (Weißtanne)
Stamm:silberweiß
Nadeln:flach, stumpf, unterseits weißlich, deutlich gescheitelt, unten mit scheibenartig verbreitertem Grund
Zapfen:stehend, nicht abfallend
Zapfenschuppen:fallen einzeln von der stehenbleibenden Spindel ab


7.
Juniperus communis (Gemeiner Wacholder)
Höhe:bis 10 m hoher Strauch
Beerenzapfen:blauschwarz
Nadeln:steif mit Stachelspitze
Blütezeit:April-Mai


Laubbäume:

1.
Betula pendula (Hänge-Birke)
Stamm:weiß, rissig
Blätter:dreieckig-rautenförmig, lang zugespitzt


2.
Sorbus aucuparia (Vogelbeere)
Blätter:wechselständig, unpaarig, gefiedert
Fiederblättchen:sehr kurz gestielt, oberseits kahl, unterseits behaart
Früchte:anfangs gelb, später korallenrot


Niedrigwachsende Pflanzen:

1.
Oxalis acetoseilla (Waldsauerklee)
Blätter:3 herzförmige (kleeblattförmig)
Blüte:weiß
Blütezeit:April-Mai
Höhe:8-15cm


2.
Anemone nemorosa (Buschwindröschen)
Blüte:weiß, entspringen einzeln aus einem Hochblattquirl
Blütezeit:März-April
Höhe:15-25cm


3.
Vaccinium myrtillus (Heidelbeere)
Blätter:einzeln in Blattachsen, schwach gekerbt, beiderseits grün
Stängel:aufrecht, stark verzweigt, kantig, grün
Blütezeit:Mai-Juni
Höhe:15-30cm


4.
Caltha palustris (Sumpf-Dotterblume)
Blüte:fettig glänzend,besteht aus 5 großen,dottergelben Kelchblättern
Blütezeit:März-Juni
Blätter:fein gekerbt , langgestielt
Höhe:15-50 cm


5.
Calluna vulgaris (Gemeines Heidekraut)
Blüte:klein, kurzgestielt
Blütezeit:Juni-September
Höhe:10-50 cm


6.
Crocus albiflores (Frühlings-Krokus)
Blüte:weiß
Blütezeit:März-April
Blätter:erscheinen nach der Blüte in Büscheln, lang,grün
Höhe:5-15 cm


7.
Calluna vulgaris (Heidekraut)
Strauch:immergrün
Stamm:dünn mit kleinen Blättern
Blüten:lila/rosa in hängenden Dolden
Höhe:30-50 cm


8.
Soldanella hungarica (Ungarische Soldanelle)
Blüten:lila-blau,am Ende ausgefranzt
Sproß:ohne Blätter
Höhe:10-17 cm


9.
Salix herbacea
Strauch:mit eiförmigen Blättern
Blüten:braun-rot
Höhe:5-8 cm


Flechten:

1.
Rhizocarpon geographicum (Landkartenflechte)
Farbe:gelbgrün, Fruchtkörper schwarz
Form:charakteristisches, landkartenähnliches Bild


2.
Evernia prunastri (Bandflechte)
Farbe:grau-grünlich oder grünlichweiß
Lappen:bandförmig, wiederholt gabelästig
Länge:2-10 cm


V. Beschreibung und Auswertung der Exkursion

Die Wanderung auf der Magistrale fand am 20.05.1997 statt. Wir starteten am Hrebienok oberhalb von Stary Smokovec. Unser Weg führte uns an der roten Markierung entlang zum Velicke pleso, an dessen Ufer das Berghotel Sliezsky dom steht. Am Nachmittag ging es einen Wanderweg nach Stary Smokovec zurück. Das Ziel unserer Gruppe auf dieser Exkursion war herauszufinden, welche Pflanzenarten in welchen Höhenstufen auftreten. Unser Begleiter war der TANAP-Beauftragte Herr Sturcel. Er half uns, die Flora zu bestimmen und wir bekamen auch darüber hinaus einen umfangreichen Einblick in das Ökosystem der Tatra.
Besonderheit in diesem Jahr bzw. Grund für die noch sparsame Vegetation und geringe Artenvielfalt ist der um vier Wochen verzögerte Frühlingseintritt. So war unsere Exkursion ein Schnappschuß vom derzeitigen Stand der Natur. In den nächsten Wochen wird bedingt durch das Wetter das Pflanzenwachstum sprunghaft ansteigen.
Die Ergebnisse unserer Untersuchung haben wir in einer Tabelle zusammengefaßt, in der wir die Häufigkeit der Pflanzenarten den jeweiligen Vegetationsstufen zugeordnet haben. Die überwiegend und teilweise vorkommenden Pflanzen sind in dem Wegprofil unserer Exkursion eingezeichnet.

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