PROJEKT:

Dejiny osidlovania Slovenska
Siedlungsgeschichte der Slowakei
The settling history of Slovakia

I. Absicht

Wir wollten die Geschichte der Slowakei, unter Berücksichtigung der Siedlungen und der unterschiedlichen Völker, kennenlernen. Ebenso versuchten wir die Spuren, die die einzelnen Nationen hinterließen, herauszufinden.
Die Teilnehmer nahmen sich vor, einen Reiseführer zu den interessantesten Orten, die auch Beispiele für das Projektthema sind, auszuarbeiten. Dieser Reiseführer soll die Grundlage für die Ganztagstour durch die Zips sein.

II. Teilnehmer

III. Vorbereitungsphase

IV. Kurzgefaßte Geschichte der Slowakei im Hinblick auf die Besiedlung

Die Slowakei ist seit Jahrtausenden Wohnort vieler unterschiedlicher Nationalitäten. Zu erkennen sind Merkmale griechischer und ethruskischer Kultur aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Doch auch nordeuropäische Völker siedelten auf diesem Gebiet, wie z.B. die Kelten, was Münzfunde nahe der Zipser Burg beweisen. Kurz vor der Zeitwende durchquerten die Römer das Gebiet der Donau. Die vorgeschobene Grenze des Römischen Reiches führte durch Trencin (Südwestslowakei). Auf die Römer folgten die Germanen. Aufgrund der Völkerwanderung im 6. Jahrhundert wurde das Gebiet von Goten und Langobarden auf dem Weg nach Norditalien durchquert.
Im 5. Jahrhundert drängten in das Gebiet die Slawen, die als Vorgänger der Slowaken gelten, ebenso wie die Awaren, die wiederum als Vorgänger der Ungarn gelten.
Ein Aufstand gegen die Awaren war die Ursache der Entstehung des Reiches Samo`s . Samo, ein fränkischer Kaufmann, regierte das Land am Anfang des 9. Jhd. 35 Jahre.
Im 9. Jahrhundert wurde das Nitraer Fürstentum von Pribina, einem Fürsten, von dem Mähren Mojmir angegriffen und zu Großmähren zusammengefügt. Großmähren war zu dieser Zeit ein gleichberechtigter Partner des fränkischen Reiches, doch gerieten beide Länder in militärische Konflikte, da Franken seine Territorien erweitern wollte. Noch vor der Entstehung des Großmährischen Reiches wurde im Gebiet der Slawen durch fränkische Priester das Christentum verbreitet, 829 ließ Fürst Pribina die erste Kirche weihen. Im Bestreben den fränkischen Einfluß zu schwächen, kam im Jahre 863 auf Ansuchen des Fürsten Rastislav eine Mission der Brüder Konstantin und Methodius aus Byzanz nach Großmähren.
Am Anfang des 10. Jahrhundert unterlag Großmähren dem Ansturm von alten Magyaren (Ungarn), die sich in dieser Zeit im Donaugebiet ansiedelten, was das Ende des Großmährischen Reiches bedeutete. Die ungarische Herrschaft dauerte bis 1918.
Am Anfang des 12. Jahrhunderts strömten in das weit unbesiedelte Land deutsche Kolonisten, vor allem Kaufleute und Missionare. Die deutschen Siedler bemühten sich um die Eingliederung der slowakischen Region in den abendländisch- christlichen Kulturkreis.
Zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert erlebte der nördliche Teil Ungarns eine Periode des Wirtschaftswachstums und kultureller Entfaltung, die nur durch den Einfall der Tataren (1241) bedeutend unterbrochen wurde. Nach dem Ansturm der Tataren wurde die Einwanderung von Fremden, vor allem Deutschen, nur wenigen Wallomern und Italienern, gefördert. Es entstanden Siedlungen mit Einwandern aus Süddeutschland, Böhmen, Mähren und Ostmitteldeutschland (Schlesien).
Nach diesem Einfall begann die zweite Welle der deutschen Besiedlung, jetzt vor allem Bergleute und Handwerker, in dieser Region. Im 12. Jahrhundert siedelten in der Slowakei Zipser und Siebenbürger Sachsen. Die Städte bekamen Rechte und Privilegien von den Herrschern, wie z.B. Bela IV. Das Handwerk, der Handel und der Bergbau (bedeutend) erlebten einen Aufschwung. Um 1400 war die Slowakei der wirtschaftlich meist entwickelte Teil Ungarns mit überwiegend deutschen Städten und slowakischer Bevölkerung.
1526 besiegten türkische Truppen Ungarn, und machten sich den größten Teil des Reiches untertan. Die Slowakei wurde so ein Grenzgebiet des österreichisch - ungarischen Reiches bis zum 17. Jahrhundert, sie wurde zum wichtigsten Teil des habsburgischen Ungarn.
Nach der Reformation verbreiteten sich die Lehren Luthers vor allem in den Adelskreisen der Slowakei aus, so daß sich am Ende des 16. Jhd. die meisten Slowaken als Protestanten bekannten, im Gegensatz zum ungarischen Teil des slowakisch besiedelten Gebietes, das vorwiegend katholisch war.
Am Ende des 18. Jahrhunderts verbreitete sich im Gebiet Mitteleuropas die Idee des nationalen Bewußtseins, die sich im 19.- 20. Jahrhundert verstärkte. Die lateinische Sprache wurde von den Habsburgern durch die deutsche und vom ungarischen Adel durch die ungarische Sprache abgelöst. So verstärkte sich der deutsche und ungarische Einfluß. Nach dem österreichisch- ungarischen Ausgleich 1867 begann die Zeit der intensiven Ungarisierung, die auch die deutsche und polnische Bevölkerung in diesem Gebiet betraf. Dieser Zustand dauerte bis 1918, als die erste Tschecho- slowakische Republik (CSR) entstand. Das Land kam noch einmal unter fremden Einfluß- im Zweiten Weltkrieg unter Deutschland als Satellitenstaat. Durch die Verfolgung der Juden, wurde der jüdische Einfluß wesentlich geschwächt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand die zweite CSR, die 1948 nach der Machtübernahme durch die Kommunisten unter starken, politischen und dadurch auch ökonomischen und kulturellen Einfluß der UDSSR geriet. So verstärkte sich das russische Element in der slowakischen Kultur, vor allem im Grenzgebiet.
Wie in anderen Staaten auch, leben in den Grenzgebieten Nationalitäten, wie z.B. Ruthenen im Osten, Polen im Norden, Ungarn im Süden, Tschechen im Westen. Noch in der heutigen Zeit sind die Einflüsse der Ungarn, Deutschen, Polen, Tschechen und teilweise Juden zu spüren. Heute leben in der Slowakei 84,7% Slowaken, 10,8% Ungarn. Die restlichen rund 4% teilen sich die Minderheiten, wie Zigeuner, Deutsche, Tschechen, Ruthenen etc.

V. Ausarbeitung eines Reiseführers

Um die nähere Umgebung, unter Berücksichtigung der Besiedlungsgeschichte, kennenzulernen, veranstalteten wir eine Ganztagestour durch einige Städte der Zips.

Poprad (Deutschendorf)

Die Stadt Poprad besteht heutzutage aus 4 Teilen, die vor kurzer Zeit noch selbständige Städte waren: Spisska Sobota, Poprad, Velka und Straze pod Tatrami. Diese kleinen Städte waren mit Matejovce eng verbunden, und bildeten den Bezirk von 5 Oberzipser Städten. Die Umgebung des Flusses Poprad wurde seit ältesten Zeiten besiedelt. Dies wird durch zahlreiche Funde dokumentiert, wie z.B. durch Überbleibsel eines Neandertal-Menschen in Ganovce. Die einzelnen Städte, die heute Poprad bilden, kommen in den Dokumenten erst um 1256 vor, aber man geht davon aus, daß sie älter sind.
Die Bedeutendste von den Städten war Spisska Sobota (Georgenberg), die durch viele kunsthistorische Sehenswürdigkeiten berühmt ist. Dazu gehören vor allem die schöne katholische Georgskirche mit dem berühmten Hauptaltar von Meister Paul aus Leutschau, der Glockenturm im Renaissancestil (1588) und die Häuser des Marktplatzes ,die verschiedene Variationen in ihrem Äußeren vorbringen. Man geht davon aus, daß Georgenberg schon vor dem Einfall der Tataren (1241) existierte, obwohl die Dokumente erstmals im Jahr 1256 über dieses Städtchen berichten. In der ersten Hälfte des 13.Jhd. besiedelten deutsche Kolonisten die Stadt.
Die Geschichte der Besiedlung des Stadtteils Poprad (Deutschendorf) ist ungenau. Es scheint, daß dieses Städtchen um 1250 von deutschen Kolonisten gegründet wurde.
Das nächste Städtchen Velka (Felka) war vor der Kolonisierung die Größte von den erwähnten Siedlungen.
Straze pod Tatrami (Michelsdorf) war früher eine Wehrstadt, entweder gegen die von Süden eindringenden Ungarn oder zum Schutz der nördlichen Grenze Ungarns. Straze ist das jüngste Städtchen, es wurde erst im Jahre 1300 erwähnt.
Matejovce erschien schon 1256 in den Dokumenten, die Besiedlung dieser Stadt ist bis heute unklar.
Nach dem Tatareneinfall (1241-1242) war die slowakische Bevölkerung stark reduziert, deswegen strömten auf Einladung des ungarischen Königs Bela IV. die deutschen Kolonisten in diese Region. Die Städte waren in engem Kontakt, und bildeten einen Verein mit anderen zipserdeutschen Städten, der mit kurzen Pausen bis 1876 fungierte. Diese Siedlungen bekamen von König Stefan V. am 12.November 1271 Privilegien, die den Aufschwung des Vereins förderten. 1412 begann König Siegmund Krieg mit Venedig zu führen, jedoch besaß er nicht da nötige Geld dazu. Um dies zu bewerkstelligen, leihte er sich vom polnischen König 37000 tschechische Groschen, und gab 16 Zipser Städte als Pfand. Dies trug dazu bei, daß diese Städte, sozusagen unter der Herrschaft zweier Staaten waren- sie gehörten zu Ungarn, die Steuern wurden nach Polen gezahlt. 1772 bekam Ungarn sie vom polnischen König zurück. In der Vergangenheit beschäftigten sich die Einwohner der Oberzipser Städte mit Landwirtschaft, obwohl diese Region nicht die besten Bedingungen dafür bietet.
Erst 1945 schlossen sich die vier Städte Spisska Sobota, Straze, Velka und Poprad zum heutigen Poprad zusammen.
Durch den Bau der Eisenbahnlinie von Prag nach Kosice, an der Poprad direkt liegt, gewann die Stadt mehr und mehr an Bedeutung. Sie ist Standort der Waschmaschinenproduktion, als auch Bierproduktion. In Poprad befinden sich drei Gymnasien, ebenso eine Nebenstelle der Bratislaver Universität.
Heute ist Poprad ein wichtiges Zentrum der Zips. Es ist sowohl ein Zentrum für Verkehr und Tourismus, als auch ein bedeutender Zugang zur Hohen Tatra.

Spissky Strvtok (Donnersmark)

Donnersmark ist ein alter Siedlungsplatz der Jungstein- und der älteren Bronzezeit. Deutlich konnte man Elemente altgriechischer Kulturen bei Ausgrabungen in diesem Gebiet erkennen.
Nach dem Tatareneinfall wurde Donnersmark 1285 von deutschen Siedlern wiederbegründet. Wie Levoca wurde die Siedlung nicht an Polen verpfändet.
Sehenswert ist die Katholische Ladislaus Kirche.
Ursprünglich romanisch erbaut, hat sie einen ungegliederten, massiven Umriß. Die Kapelle ist das schönste gotische Bauwerk der Slowakei. Die ursprüngliche Kirche wurde 1263 im spätromanischen Stil erbaut. Der Ausbau der Grabeskapelle erfolgte 1473. Die Restaurierung schloß man 1901 nach zweijähriger Bauzeit ab.
Die Kirche besitzt einen barocken Hauptaltar aus dem Jahre 1704.

Spisska Nova Ves

Im 13. Jahrhundert siedelten Deutsche in S.N.V. Die deutsche und andere Siedlungen wuchsen zu einem großen Verband zusammen.
Die Zipser Sachsen bekamen durch König Stephan V. das Recht der Selbstverwaltung. Die Zipser Deutschen bildeten dadurch eine besondere Komune.
Ebenso wie andere Siedlungen wurde S.N.V. einer starken Ungarisierung unterzogen, die nicht nur gegen Slowaken gerichtet war.
Sehenswert ist die Pfarrkirche.
Die Kapelle des Heiligen Michael wurde im Jahre 1395 im gotischen. und Renaissancestil erbaut.
Im Jahre 1435 vernichtete ein Brand das Dach und die Decke der Kirche. Vorübergehend bekam sie eine Flachdecke, die dem Erdbeben im Jahre 1441 zum Opfer fiel.
Die Kirche wurde mehrmals im 18. Jahrhundert und im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts renoviert.
Ein weitere Sehenwürdigkeit ist das Rathaus.
Es ist ein klassisches freistehendes 3-Etagengebäude, das durch seine monumentale zweiläufige Treppe einen repräsentativen Charakter bekommt. Zwischen 1780 und 1820 ist es gebaut worden.
Von den Bürgerhäusern haben mehrere einen gotischen Kern. Die Einflüsse der Renaissance sind an den Gewölben, Portalen und Fensterumschlägen ersichtlich. Die Fassaden haben eine Barock- und Rokokogestaltung. Sie sind zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert gebaut worden.
Der Markt, bzw. der hauptplatz des Städtchens ist spindelförmig gestaltet. Die Bürgerhäuser sind vorwiegen alles patrizierhäuser. Nennenswert ist das einzige Theater dieser Region.

Spisske Vlachy (Wallendorf)

Spisske Vlachy gehörte zum Bund der 24 Zipser Städte, ferner zu den an Polen verpfändeten Städten und anschließend zur Provinz der 16 Zipser Städte. Es ist ein alter Siedlungsplatz (Jungsteinzeit, Bronzezeit, Puchauer Kultur), ein bedeutender Kupferverarbeitungsort, und Sitz einer bedeutenden Färbezunft.
Nach dem Mongoleneinfall wurde in diesem Dorf eine katholische Kirche im romanischen Stil gebaut. Sie wurde schwer beschädigt, 1434 abgerissen und eine anspruchsvolle gotische dreischiffige Hallenkirche wurde errichtet. Diese Kirche, eine der schönsten gotischen Kirchen der Zips, ist 53 Meter lang und 21,5 Meter breit. Sie hat ein schönes, eindrucksvolles Netzgewölbe. Die Harmonie des Monuments wird auch durch den Kontrast der relativ niedrigen Seitenschiffe und des hohen Hauptschiffes gekennzeichnet.
Der Hauptaltar und die zahlreichen Seitenaltäre stammen aus dem 18. Jahrhundert, wie auch die Kanzel im Stil des Rokoko.
Unterhalb der Kirche steht das alte gotische Rathaus mit einem Turm aus dem 15. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert wurde das Rathaus um einen Zwischentrakt erweitert, wo auch eine kleine slowakische Kirche untergebracht war. Von dem wertvollen Altar sind nur die Seitenflügel bis heute erhalten.

Spisske podhradie (Kirchdorf) mit einem Teil von Spisska Kapitula (Zipser Kapitel) und der Zipser Burg.

Die älteste Besiedlung dieses Gebietes wurde im Travertinbruch über Spisske Podhradie im Paläolithikum (500000 v. Chr.) festgestellt. Im Jahre 5000 v. Chr. waren schon Teile der Zipser Burg besiedelt und später (2600-1900 v. Chr.) wurden sie zum Zentrum des wirtschaftlichen Lebens der ganzen Region. Die umfangreichste und intensivste Besiedlung fällt in die Wende zur Zeitrechnung, und ist auf die Wirkung des Volkes der Puchover zurückzuführen.. Eine weitere Kolonisierung fand erst in der Zeit des Großmährischen Reiches statt.
Die erneute Besiedlung des Burgberges ab dem 10. Jahrhundert, knüpfte direkt an den Aufbau des ältesten Teils der Zipser Burg an. Im Jahre 1209 wurde die Burg schon als Siedlung des königlichen Zipser Gaus erwähnt.
Das Städtchen Spisske Podhradie entwickelte sich 1174 als eine Vorburggemeinde, und wurde das erste Mal im Jahre 1249 angeführt. Seit jener Zeit entwickelte es sich als ein, von der Burg unabhängiges, Städtchen der Zipser Sachsen.
Nach der Plünderung durch die Tataren (1241) wurde das Gebiet erneut besiedelt. Die bedeutendste Tat der deutschen Kolonisten war der Bau einer neuen Pfarrkirche, die der Jungfrau Maria geweiht wurde. Die Erteilung der Stadtrechte im 14. Jahrhundert bewirkte den wirtschaftlichen Aufschwung des Städtchens. In der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts wuchs die wirtschaftliche Prosperität, dank der verpfändeten 13 Städte und Dörfer durch den ungarnischen König Siegmund an Polen.
Im Jahre 1583 ereilte die Stadt ein Brand. Danach wurden die Objekte im Renaissancestil renoviert. Eine neue Dominante bedeutete der Bau der evangelischen Kirche im klassizistischen Stil.
Die Städtliche Denkmalreservation Zipser Kapitel war vor allem ein Kirchenzentrum der Zips, mit dem Sitz des Probstes und später des Bischofs. Nach dem Einfall der Tataren (1241) began der Bau der Kathedrale in der Nähe des Klosters des Heiligen Martin. . In den Jahren 1488 - 1493 wurde zur Kathedrale die Zapolsky`s Grabkapelle zugebaut. Zum Ende des 13. Jahrhunderts wurde Spisska Kapitula zum Opfer mehrerer Raubüberfälle. Das nötigte den Probst zur Befestigung der reichen Stadt.
Die Steinmauer mit Zinnen wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut.
Die Zipser Burg ist ein nationales Kulturdenkmal. Das Zentrum des Grundrisses bildetete im 12. Jahrhundert ein Wohnturm in der Mitte der Befestigung des am höchsten gelegenen Hofes. Nach der Zerstörung infolge einer tektonischer Bewegung, wurde ein bis heut erhaltener Turm erbaut. Gleichzeitig wurde, auf der vom Eingang am meist entferntesten Stelle, der romanische 3-etagige Palast erbaut. Die unterste Etage diente der Dienerschaft, die mitttlere der Verteidigung der Burg und die oberste für repräsentative Zwecke. Nach der Plünderung durch die Tataren, erlaubte König Bela IV. dem Probst den Bau seines Palastes und Turmes auf der Burg. Alle Objekte waren durch eine Treppe verbunden.
Im 14. Jahrhundert wurde von der westlichen Seite eine große Vorburg mit unterem Haupt-eingang zugebaut. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde in der Mitte eine kleine Festung für die Jiskra-Soldaten situiert und die obere Burg um eine Kapelle erweitert. Die Burg gehörte in ihrer Existentsgeschichte mehreren Familien z.B. Zapolsky, Thurzo, Csaky.
Im Jahre 1993 wurde die Burg und die naheliegenden Kulturdenkmäler in das Verzeichnis des Weltkulturerbes im Rahmen der UNESCO eingetragen.

Levoca

Die ersten Siedlungsgebiete gehen in die Zeit Großmährens im 9.-11. Jahrhundert zurück. Vor allem slawische Völker siedelten sich in Levoca und Umgebung an. Die Zips wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhundert dem ungarischen Staat eingegliedert. Auch kann man die Ankunft nichtslawischer Ethniken zurückverfolgen. Levoca entwickelte sich zu einer wirtschaftlichen und fortschrittlichen Gemeinschaft. Nach dem Einfall der Tataren zerfiel die Siedlung, jedoch wurde sie neu aufgebaut, so daß sie mehr und mehr wuchs und zu einem wichtigen Handlungszentrum avancierte.
Erstmal urkundlich erwähnt wurde Levoca 1249. Nach und nach siedelten Kolonisten, vor allem Sachsen, sich in dieser Region an. Ab 1271 war Levoca die Hauptstadt der Gemeinschaft der Zipser Sachsen, ebenso, wie für die Gemeinden mit deutschem Recht.
Seit dem 14. Jahrhundert weiteten sich die vielfältigen Handlungsbeziehungen aus, die Stadt wurde zu einem bedeutendem Handlungszentrum auf der Straße zwischen Polen, Ungarn und anderen Staaten. Levoca gehörte mit zu den wenigen königlichen Freistädten, wurde demzufolge auch nicht an Polen verpfändet.
Einst war Levoca das administrative Zentrum der Zips. Im 16. Jahrhundert wurde es zum Sitz der Zipser Gemeinschaft. Ferner bildete sie mit anderen Städten den Städtebund Pentapolitena, in dem Levoca jedoch die einzige Stadt der Zips war.
1550 fiel die Stadt einem Feuer zum Opfer, doch wurde sie wieder aufgebaut.
Durch die Reformation (ab 1517) orientierte sich die Stadt an den neuen Glaubensbekenntnissen. Während der Rekatholisierung kamen die Jesuiten nach Levoca und gründeten das Minoritenkloster.
Im 19. Jahrhundert wurde das Gymnasium zum Zentrum der slowakischen Nationalbewegung.
Mit dem Verfall des ungarischen Reiches, nahm die Bedeutung der Stadt Levoca ab.
Levoca ist reich an Sehenswürdigkeiten des Mittelalters, darunter auch die Römisch - katholische St. Jakobs Pfarrkirche. Sie ist ein nationales Kulturdenkmal, sowohl in der Architektur, als auch in der Inneneinrichtung. Die Kirche ist an der Stelle eines ähnlichen Objektes erbaut worden, welches romanische Elemente aufwies. Sie ist ein Denkmal der sakralen Kunst des Mittelalters.
Die dreischiffige Halle ist im 14. Jahrhundert zusammen mit der Kapelle des Hl. Georg an der Nordseite erbaut worden. Der Vorsaal der Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert.
Ebenso stammen die Wandmalereien aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Sie stellen den Zyklus und die Erscheinung des christlichen Glaubens dar.
Weltberühmt ist der Hauptaltar des heiligen Jakob. Er ist der größte gotische Altar der Welt. Meister Paul aus Levoca erbaute ihn von 1508 bis 1517. Die Jungfrau Maria, der heilige Jakob und der heilige Johannes sind die Zentralfiguren des Altars. In der Kirche befinden sich zehn weitere Altäre, die Zeugen spätgotischer, renaissancer und barocker Sakralkunst sind.
Der holzgeschnitzte Chor mit der Orgel ist zwischen 1626 und 1632 erbaut worden.
In der Kirche befindet sich eine Sammlung wertvoller liturgischer Gegenstände, wie gotische Kelche, Ziborien und ähnliches. Die Kirche und ein Teil der Inneneinrichtung wurde nach dem Brand von 1849 renoviert. Ebenso wurde ein neogotischer Turm angebaut. Das Rathaus
An der Stelle eines ursprünglich gotischen Gebäudes wurde 1550 das neue Rathaus erbaut. Nach den Bränden von 1599 und 1615 renovierte man es im Stil der Renaissance. Als Beispiel dafür sind das Eingangsportal, die Eingangshalle mit dem Netzkammgewölbe, der Verhandlungssaal mit geschnitzter Decke und die Ölmalereien zu nennen. Sie sind gleichzeitig die wertvollsten Rathausteile. 1893 und 1895 wurde das Rathaus rekonstruiert. Seit 1995 ist das Rathaus in Levoca Teil des Zipser Museums.

Das Haus des Meisters Paul
Dieses Haus stammt aus der Zeit von 1520, und war Eigentum des berühmten Meisters. Berühmt wurde er vor allem durch seine Steinhauer- und Holzschnitzarbeiten. Das ursprünglich gotische Haus wurde mehrmals umgebaut. Das rekonstruierte Objekt ist heute Museum des Meister Paul.

Kezmarok (Käsmark)

Käsmark ist eine alte Stadt am Fuße der Hohen Tatra. Das alte geistige Zentrum der Zips und eines der Deutschen in der Slowakei, mit wertvoller Bausubstanz und schönen Kunstwerken.
Seit 1996 Bezirkshauptstadt.
Aus dem Nebeneinander dreier verschiedener Niederlassungen, einem slowakischen Fischerdorf, einer ungarischen Grenzwache um St. Michael und einer deutschen Ansiedlung um die Kirche St. Elisabeth entstand schon vor dem Mongoleneinfall ein Gemeinwesen, das nach dieser Katastrophe von Deutschen wieder begründet wurde.
Seit dem 14.Jhd. königliche Freistadt. Sehenswert sind die evangelische Holzkirche, das Rathaus und der älteste und schönste freistehende Glockenturm aus dem 17.Jhd.Im kezmaroker Lyzeum, studierten bedeutende slowakische Persönlichkeiten des politischen und kulturellen Lebens. Durch den Aufschwung anderer Zipser Städte verlor Käsmark im Laufe der Zeit an Bedeutung.

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