Zierelement Zur Homepage Zu den Projektberichten Zierelement

Projektbericht Thema 2
Trennlinie

Deichbau und Sturmfluten an der deutschen Nordseeküste

Projekt 2 bei der ProjektvorstellungSelbstredend hatten wir schon vor der Umsetzung des Projekts die Gewißheit gehabt, unter der Überschrift "Deichbau und Sturmfluten" das mit Abstand interesanteste und ergiebigste Thema gewählt zu haben. Doch im Laufe der Arbeit mußten wir nach und nach einsehen, daß jegliche Erwartungen diesbezüglich sogar noch übertroffen wurden. Dies soll nur ein kurzer Abriß von dem sein, was wir wo und unter welchen Umständen erfuhren.

Um eine weitgehend effektive und strukturierte Arbeit zu ermöglichen, entstand am ersten Tag eine Liste mit zahlreichen Fragen, die uns rund um die vorgegebene Thematik förmlich auf der Seele brannten. Diese Liste also sollte nun der "Leitfaden" für unsere Nachforschungen sein. Diese fanden ihren Auftakt im Küstenmuseum Wilhelmshaven, wo wir mit vielen grundlegenden Informationen versorgt wurden. Demnach gab es zu jeder Zeit gravierende Schwankungen des Meeresspiegels. Die weitreichendsten unter ihnenlassen sich auf Vorgänge während der letzten Eiszeit zurückführen.
Die ClemensflutSpäter waren auch die ersten Menschen diesen schwierigen Bedingungen noch mehr oder minder schutzlos ausgeliefert. Erst spätere Generationen sahen ein, daß es wenig Sinn machte, ihre Behausungen auf ebenem Grund, nur sehr wenig höher als Meeresspiegelhöhe, zu bauen, da sie so schon geringen Anstiegen des Meeres zum Opfer fielen. Um Christi Geburt begannen sie also, künstliche Hügel aus Erde und Abfall anzulegen und ihre Häuser darauf zu errichten. Diese Hügel werden als "Wurten" bezeichnet. Sie erwiesen sich jedoch als wenig haltbar und wirkungsvoll bei größeren Überschwemmungen.
Es dauerte etwa weitere 1000 Jahre, bis intelligente Männer auf die bahnbrechende Idee stießen, eine Art "lange Hügel" zu errichten, die heute besser als Deiche bekannt sind. Zuerst sollten sie nur einzelne Gehöfte sichern, und so durchzog bald ein ganzes Netz von kleinen Deichen die Küstenregion. Und genau zu dieser Zeit wurden bereits die großen Gefahren sichtbar, die bis in unser Jahrhundert hinein eng mit dem Deichbau in Verbindung stehen: in eine künstlich "Form" gepreßt, entwickelt das Wasser große Zerstörungskraft, wenn es sich bei einem Deichbruch einen engen Weg durch den Deich schneidet. Aufgrund der recht unvollkommenen technischen Mittel war es nicht verwunderlich, daß die Leute berechtigterweise nicht sehr viel Vertrauen in die Deiche setzten und sicherheitshalber Hilfe bei "höheren Kräften" suchten; es entstand eine vielschichtige Mythologie, mit Hilfe derer die Deiche wundersame Stabilität erhalten sollten.Diese alten Deiche sind noch heute leicht zu erkennen, da sie im Laufe der Zeit zur Basis für Landstaßen umfunktioniert wurden. Dieser Fakt wurde uns neben vielen anderen am zweiten Tag vor Ort bei einer Exkursion verdeutlicht.
Bei der Arbeit!?Der moderne Deichbau wurde unter anderem von Maßnahmen einiger Landesfürsten und Grafen eingeleitet, die ihre Untertanen dazu veranlaßten, besagte Systeme kleinerer Deiche durch größere Deiche zu sichern und zu ergänzen. Somit wurden nach und nach immer weitere Landstriche gesichert, und die Küstenlinie erhielt ein neues, -scheinbar stabiles- Gesicht. Dieses jedoch wurde immer wieder durch große Sturmfluten, vor allem im Mittelalter, verändert, bei denen es zu verheerenden Wassereinbrüchen kam und das Meer sich große Landflächen einverleibte.
In unserem Jahrhundert mußten immer neue Verfahren gefunden werden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen war die Notwendigkeit wirkungsvollerer Schutzmaßnahmen im Zuge der immer weiter fortschreitenden Verstädterung im Küstengebiet längst weiter gestiegen. Zum anderen brauchte man um jeden Preis neue Materialien, da die Vorkommen an traditionellen Stoffen nicht mehr ausreichten, um solch gewaltige Großprojekte wie zum Beispiel den Deich zur Sicherung der Ley-Bucht realisieren zu können. Im Zuge der Nachforschungen bezüglich des Küstenschutzes in unserer Zeit verbrachten wir also den dritten Tag im nordwestlichsten Teil Deutschlands, wo wir bereits erwähnte Ley-Bucht besichtigten und über die Aufgaben der "Landesbetriebe für Wasserwirtschaft und Küstenschutz" in Form eines aufregenden Lichtbilder-Vortrages aufgeklärt wurden. Außerdem wurden uns zahlreiche Prospekte und Materialien zur Verfügung gestellt, so daß sich auch die nachträgliche Aufbereitung unserer Arbeit als nicht besonders schwer erwies.

Abschließend also dürfte nun dem geneigten Leser relativ klar geworden sein, daß unsere Arbeit dort wirklich interessant, abwechslungsreich und ertragreich war.

Trennlinie

Zierelement Zur Homepage Zu den Projektberichten Zierelement