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Projektbericht Thema 7
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Dorf im Wandel

Projekt 7 bei der ProjektvorstellungDie Hauptquelle für unsere Informationen stellten die Interviews mit den Einwohnern Westerloys dar. Sie waren unterschiedlichen Alters und kamen aus unterschiedlichen Berufsfeldern, so daß wir einen umfassenden Einblick in das Dorfleben erhielten. So ergab sich ein typisches Merkmal für Westerloy, das in allen Interviews deutlich hervortrat: Westerloy zeichnet sich durch sein intaktes Dorfleben aus. Ausschlaggebend dafür ist die intensive Vorarbeit und die führende Rolle nehmen die Vereine ein.
In den 7 Vereinen des Ortes sind 97% der Einwohner aktiv. Die Vorsitzenden der einzelnen Vereine bilden den Vorstand des Ortsbürgervereins. Dessen Ziel ist die Verschönerung und die verbesserte Gestaltung des Dorfes. Sein Hauptanliegen aber ist, die unterschiedlichen Altersgruppen durch verschiedene Veranstaltungen zusammenzubringen. Weiterhin hat der Ortsbürgerverein es sich zur Aufgabe gemacht, die Teilnahme an den Wettbewerben zu organisieren, wobei die Nominierungen für den Eurowettbewerb das bisher größte Ereignis ist.
Projektleiter Hartmut Kröncke beim JonglierenNeben den Wettbewerben erwecken auch die Mühlenmusikanten das (inter)nationale Interesse an dem Dorf. Aus diesem Grund ist der äußere Eindruck von Westerloy sehr wichtig. In dem Dorf sind noch etliche alte niedersächsische Hallenhäuser, die teilweise unter Denkmalschutz stehen. Dazwischen stehen mittlerweile jedoch auch modernere Häuser. Allerdings wird das Errichten von neuen Häusern erheblich erschwert. Bis 1997 galt ein absolutes Bauverbot. Doch nach wie vor liegen strenge Bestimmungen vor. So dürfen keine Häuser in unmittelbarer Nähe von Bauernhöfen errichtet werden. Durch diese Vorschrift werden zum einen die Landwirte unterstützt, und zum anderen bezwecken die Einschränkungen, eine Stärkung der bestehenden Dorfgemeinschaft. Weiterhin soll so die Größe des Ortes beibehalten werden.
Projektleiter Gerrit VrugginkDie wenigen Zugezogenen fühlen sich in das Westerloyer Alltagsleben gut integriert. Sie schätzen die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Einheimischen. Die besondere Atmosphäre des Dorfes zieht auch Sportbegeisterte magisch an. So weist der hiesige Sportverein 900 Mitglieder auf, obwohl das Dorf nur über 550 Einwohner verfügt. Der seit 1910 bestehende Sportverein ist Treffpunkt für alle Altersgruppen. Dazu hat auch die neue Sporthalle viel beigetragen, die hauptsächlich durch Spenden und durch Einnahmen aus dem Heidefest finanziert wurde.
Ebenso wie der Sportverein, erfreut sich auch die seit 30 Jahren bestehende Westerloyer Grundschule über großen Zugang. 200 Kinder aus der ganzen Umgebung kommen hierher. Ausschlaggebend dafür sind vermutlich die unkonventionellen Arbeitsmethoden. Seit 12 Jahren können die Schüler hier frei und selbständig in ihrem eigenen Arbeitstempo lernen. Anfangs noch skeptisch betrachtet findet diese Unterrichtsform mittlerweile auch bei den Lehrern großen Anklang. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Vereinen sorgt sich auch nachmittags die Schule um die Betreuung der Kinder.
Aber es gibt auch negative Seiten. So kritisieren die Einheimischen, daß es keine Einkaufsmöglichkeiten in Westerloy gibt, was besonders für ältere Menschen ein Problem darstellt. Es gibt jedoch bereits Pläne für einen eigenen Lebensmittelladen, an dem die Dorfbewohner Anteile besitzen sollen.
Projekt 7 bei der ProjektvorstellungVor einem weiteren Problem stehen die Jugendlichen. Auch wenn die geringe Anzahl an Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung bemängelt wird, so schätzen die meisten doch das Dorfleben und würden gerne hierher zurückkehren. Da es jedoch zu wenige Arbeitsmöglichkeiten gibt ist das häufig nicht möglich.
Einen Großteil der Arbeitsplätze machen die Baumschulen aus, bei denen es sich häufig um umgewandelte Bauernhöfe handelt. Die günstigen Bodenverhältnisse und die klimatischen Bedingungen haben Westerloy mittlerweile zu einem internationalen Zentrum an Baumschulen gemacht.
Obwohl die Anzahl an Arbeitsstellen gering ist, kann man in den Baumschulen polnischen Gastarbeitern begegnen. Auch sie berichten vom aufgeschlossenen Wesen der Einwohner, das den Aufenthalt angenehm macht. So werden sie z.B. ins Familienleben integriert.
Seit einiger Zeit versucht man die Umstellung der Wirtschaft zu erreichen, in dem man den Tourismus stärker unterstützt. So werden nicht mehr genutzte Wirtschaftsgebäude zu Ferienwohnungen umgewandelt.
Insgesamt wird die Zukunft des Ortes äußerst positiv betrachtet. Westerloy ist ein zukunftweisendes Dorf, welches seine Gegebenheiten voll auszunutzen versteht. Es stellt ein Vorbild für alle Dörfer und Gemeinden dar und man spürt den Stolz der Bewohner überall.


Interviews:

1. Interview     - Herr Puls, ein Neubürger
2. Interview     - Lehrer der Westerloyer Grundschule
3. Interview     - Herr Bessen, Direktor der Westerloyer Grundschule
4. Interview     - Herr Ahlers, ein Baumschulenbesitzer
5. Interview    - Jugendliche aus Westerloy
6. Interview     - Herr Groß, Vorsitzender des Ortsbürgerverins
7. Interview     - Herr Siefken, ein Ortskundiger
8. Interview    - Herr Heins, ein Töpfer
9. Interview     - Frau Eilers, Besitzerin eines alten Bauernhofes
10. Interview     - Herr Bader, Vorsitzender des Sportvereins

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