Zierelement Zur Homepage Zierelement

Trennlinie

Persönliche Eindrücke der Teilnehmer

Rhododendron auf der RhodoMit großen Erwartungen, die vom Projekt in Poprad herrührten, packte ich mein Köfferchen und kam mit demselben auch in Westerloy an.
Meine Zielstellungen für dieses Projekt waren hoffentlich alte Bekannte vom letzten Jahr wiederzutreffen, soviele neue Leute kennenzulernen, daß ich nur für das Namenaufzählen allein drei Tage brauche, die Nordsee zum ersten Mal in meinem Leben zu sehen, schön braun zu werden, einen "Rhododendronvernichtungsfeldzug" zu starten und natürlich wieder intensives Vokabeltraining betreiben.
Mit dem Vernichtungsfeldzug hat es leider nicht geklappt, irgendwie war die Masse für diese Idee nicht zu begeistern, dafür wurden alle anderen Erwartungen erfüllt. Nach 10 Tagen kam ich abgehärtet (durch das Zelten bei teilweise 10°C in der Nacht und durch Aldi- und Fast-Food-Essen) nach Hause. Unser Begrüßungswort "Ee Jongs" - durch die Holländer in die Welt gesetzt - macht jetzt auch in unserer Region die Runde.

In dem Sinne
Helvi Meckelburg

trenn.gif (2016 Byte)

Werde ich nach meinen Erlebnissen und Erfahrungen aus jenen Tagen befragt, so bin ich also veranlaßt, mir - Gott allein weiß zum wievielten Male - diese Zeit ins Gedächtnis zurückzurufen. Doch dies fällt mir in keinster Weise schwer; viele Erinnerungen sind mir noch sehr lebendig vor Augen. Was sich jedoch als wirklich schwer erweist, ist, diese Erinnerungen hier in angemessener Form zu Papier zu bringen, was auch immer in diesem Zusammenhang "angemessen" sei, und so kann ich nur versuchen, dem Außenstehenden eine kleine Ahnung von dem zu vermitteln, wie viel mir persönlich diese Tage wert sind und wie wenig ich gewillt wäre, die Erinnerungen daran zu verlieren, auf welche Weise auch immer.
Merkwürdig, als ich erfuhr, daß ich die Möglichkeit hätte, am Projekt teilzunehmen, war ich mir nicht sicher, ob ich dafür die Begeisterung entwickeln könnte, die mich nach Westerstede manövrieren sollte und von der die Tage dort letztendlich getragen wurden. Doch die Neugier wuchs stetig, und mir wurde aus berufenem Munde geschildert, wie dumm es wäre, zu Haus' zu bleiben angesichts dessen, was mir in diesem Fall entgehen würde (Danke, Conrad!).
Gruppenfoto vor der AbreiseNatürlich war die Ankunft wie üblich (bei mir) , wenn man mit fremden Gleichaltrigen an einem fremden Ort zusammentrifft: Unsicher überlegt man, ob man wirklich den "Mut" haben wird, sofort neue Kontakte zu knüpfen. Doch schon am ersten Abend boten sich mir (wie allen anderen) reichlich Gelegenheiten dazu. Überlege ich es mir recht, so muß ich sogar bemerken, daß eine gewisse Perfektion im Versteckspielen oder Sich-Verkriechen und wohl noch mehr Dummheit mötig gewesen wären, um Gesprächen mit all den anderen aus dem Wege zu gehen. Ich hätte vorher nicht wirklich geglaubt, wie ausgiebig ich mich mit einigen Leuten, die ich erst wenige Stunden zuvor kennengelernt hatte, über die verschiedensten Dinge unterhalten würde. Wie dem auch sei, unter dem Deckmantel der Projekte hatte man im Grunde den ganzen Tag ( + mindestens die halbe Nacht am Lagerfeuer oder beim Volleyball oder oder oder... ) Zeit, dem nachzugehen, was Leute unseres Alters wirklich können, egal in welcher Sprache: erzählen und auf diesem Wege gemeinsame Vorlieben - und Aversionen - entdecken und so im Laufe von kaum mehr als einer Woche ein paar wirklich interessante Bindungen freundschaftlicher Art knüpfen.
Ein weiterer Geichtspunkt dieser Gespräche, dieses Kontaktes ist, daß wir in der gemeinsamen Zeit viel darüber in Erfahrung bringen konnten, wie Schüler aus anderen Ländern mit Dingen umgehen und daß sie ähnliche Ansichten zu Themen, wie zum Beispiel "Schule" etc. haben. Ich zumindest kann wohl sagen, daß ich den Eindruck bekommen hätte, einiges dazugelernt zu haben.
Aufdruck auf dem T-Shirt zum ProjektEs bleiben mir nun noch die Momente, die uns heute ein merkwürdiges Gefühl der "Verbundenheit" geben. Es schweißt zusammen, wenn man gemeinsam durch die Entbehrungen von Fahrradtouren (es müssen wohl insgesamt um die 7000 km zu Rad gewesen sein) und Kanu-"Spazier"-Paddeleinlagen (bei 2 m hohem Wellengang und Regen) geht und wenn man tagtäglich aufs neue gemeinsam von organisatorischen Kunstgriffen der Verantwortlichen überrascht oder vielmehr überrannt wird. Wir saßen doch irgendwie alle in demselben Boot. Ist ja auch egal. "Was uns nicht umbringt, macht uns stärker... "
Am berühmt-berüchtigten "letzten Tag" jedoch ging es mir wie wohl den meisten anderen auch: Ich mußte einsehen, daß auch diese gemeinsame Zeit ein Ende finden mußte, war sie auch noch so schön gewesen und daß ich wieder in "meine Welt" zurückkehren mußte. Ein gutes Gefühl war das für mich nicht, und auch den mächsten zwei oder drei Tagen zu Hause konnte ich nicht unbedingt Spaß abgewinnen, den ich zuvor tagelang fast ununterbrochen gehabt hatte.
Was bleibt, sind Adressen, Telephonnummern, ein T-Shirt, einige wichtige Erfahrungen, viele Erinnerungen und eine Handvoll neuer Freunde, die ja schließlich auch nicht ganz am anderen Ende der Welt leben und deshalb auch weiterhin für mich erreichbar sein werden.
In jedem Fall würde man mich im nächsten Jahr nicht übermäßig lange bitten müssen, das ganze noch einmal (dann in Emmen) "durchzustehen".

Christian Hoffmann

Trennlinie

Zierelement Zur Homepage Zierelement