Projektbeschreibung

 

Bielsko-Biala (PL)
Emmen (NL)
Helsingborg (S)
Kyritz (D)
Poprad (SK)
Silute (Li)
Westerstede (D)

Gemeinsam Handeln - Voneinander Lernen - Zusammenwachsen

Begegnung und Zusammenarbeit in gemeinsamen
Projekten europäischer Schulen

 

Bald nach dem Mauerfall in Berlin begann die Zusammenarbeit (1991) zwischen dem Gymnasium Friedrich Ludwig Jahn, Kyritz/Brandenburg und den Gymnasium Westerstede in Niedersachsen.

Das erste Projekt ABaltrum-Süderbäke-Jäglitz folgte 1993, 1994 hieß es AEine Landschaft erkunden@ und 1995 fand in Kyritz am Untersee das Pilotprojekt ANachbarn in Europa statt. Daraus ist eine europäische Zusammenarbeit zwischen 7 Schulen aus 6 Ländern geworden, die weit über das eigentliche Projekt hinausgeht.

Ziel des Projektes ANachbarn in Europa ist es seither, in einer vielschichtigen, fächer-übergreifenden Arbeit eine Region in Europa zu erkunden. In gemischten Arbeitsgruppen aus allen beteiligten Schulen sollen dabei die Schüler die Geschichte, die Menschen und die Eigenarten einer Region kennenlernen. Die Teilprojekte sind jedoch nur Mittel zum Zweck, nämlich Zusammenarbeit ohne Rücksicht auf Muttersprache und Qualität der Fremd-sprachenkenntnisse zu üben. Alle Schulen sehen darin einen Schritt in die Zukunft, in ein Europa, wo viele Nationen mit vielen Sprachen friedlich zusammenarbeiten.
An den Projekten nehmen etwa 85 Schüler und 15 Lehrer teil. Viele lernen Deutsch als 2. Fremdsprache und Englisch verstehen alle, so daß diese beiden Sprachen die Arbeitssprachen sind.
Die Projektentwicklung wurde wesentlich unterstützt durch den Förderwettbewerb der Robert- Bosch-Stiftung AGemeinsam Handeln-Voneinander Lernen-Zusammenwachsen für Partnerschaften zwischen ost-und westdeutschen Schulen. Dieses Motto der Zusammen-arbeit zweier deutscher Schulen wurde auch bei dem daraus entstandenen europäischen Projekt beibehalten.

Heute wird das Projekt gefördert von
- der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, Berlin
- der Europäischen Union (Programm Sokrates/Comenius)
- der Stiftung AWest-östliche Begegnungen, Berlin und
- dem Pädagogischen Austauschdienst (PAD), Bonn.

Die Vorlaufszeit für das Projekt beträgt etwa ein Jahr. Vielfältige Kontakte per Telefon, Fax und E-mail lassen ein Vorkonzept entstehen. Jeweils Ende Januar eines jeden Jahres trifft sich dann das internationale Lehrerteam an dem Austragungsort des nächsten Projektes, um den Ablauf vorzubereiten. Dabei ändern sich die Projektthemen von Jahr zu Jahr, einige grundsätzliche Ideen bleiben aber bestehen.

 

Ideen, die dem Projekt zugrunde liegen:

1.     Kennenlernen durch miteinander arbeiten und lernen.
2.     Gemischte Arbeitsgruppen ohne Rücksicht auf Mutter- und Fremdsprachen.
3. Leben an einem Ort und unter Bedingungen bei denen die Schüler aufeinander angewiesen sind.
4. Die Teilprojekte haben einen regionalen oder europäischen Bezug mit einem möglichst hohen praktischen Anteil.
5.     Die Lehrer stellen die Rahmenbedingungen, die Schüler planen möglichst viel selbst.
6. Schüler, die an dem Projekt teilnehmen sind über die Arbeitsbedingungen genau informiert. Sie nehmen freiwillig  teil.
7. Die Ergebnisse werden während des Projektes unter Einsatz der ANeuen Technologien sofort dokumentiert und  zu Hause

        weiter aufbereitet. Darüber bleiben die Gruppen auch nach Ende des Projektes in Kontakt.
8. Die Freizeit ist bewußt ein Teil des Projektes (sinnvolles Verhältnis von Freizeit und Arbeit).
9. Das Projekt wird fortgeführt. In jedem Jahr ist eine andere Schule (und Region) Gastgeber.
10.    In jeder Schule gibt es einen Koordinator, der Ansprechpartner und verantwortlich für das Projekt ist.

Beispiele für die bisher bearbeiteten Projektthemen:

1. Kyritz 1996 Region: Ostprignitz/Brandenburg/Berlin

- Eine ökologische Bewertung der Jäglitz
- Die Einwanderungspolitik der Preußen: AKeiner wird Preuße ohne Not!@
- Die Geschichten unserer Sprachen - ein Sprachenvergleich
- Befragung Kyritzer Bürger zur Wende 1990
- Berlin unter dem Hakenkreuz - Bemächtigung einer Stadt
- Geteilte Stadt - Hauptstadt der DDR - entlang des ehemaligen Mauerstreifens
- Vom Zuwanderer zum Einheimischen - Weltstadt Kreuzberg
- Eine Citytour vom Zoo zum Alex - der Puls einer Stadt
- Zwischen Biotop und Utopie - ein stadtökologischer Spaziergang
- Passagen und Bouletten - Frankreich auf der Friedrichstraße
Dokumentation: Das Buch AKyritz 1996", 178 Seiten, Selbstverlag

 

2. Poprad 1997 Region: Zips/Hohe Tatra/Ostslowakei

- Biologiacal Examinations of Water
- Chemisch-physikalische Untersuchung eines Hochgebirgsbaches
- Gebirgsflora der Hohen Tatra
- Die Geschichte unserer Sprachen - ein Sprachenvergleich
- Sprachminderheiten in der Zips (Zipser Sachsen)
- Befragung Poprader Bürger zur Wende in der Slowakei
- Die Siedlungsgeschichte der Slowakei
- Der Tatra-Nationalpark
Dokumentation: Der Videofilm APoprad 1997", Spieldauer 2 Stunden 07 Minuten

 

3. Westerstede 1998 Region: Ammerland/Ostfriesland

-
Deichbau und Sturmfluten an der deutschen Nordseeküste
- Die Leda-Jümme-Niederung
- Das Wattenmeer
- Menschen im Moor
- Moorarchäologie
- Moorökologie
- Dorf im Wandel
- Foto-, Video- und Computerdokumentation
- Kunstprojekt ARiesentorfsoden - Moor and more mit der Künstlerin Ulla Unland
Dokumentation: Das Buch AWesterstede 1998", 204 Seiten, Selbstverlag; erscheint im September 1999 auch als CD.

 

Nachbarn in Europa
- ein Projekt von 7 Schulen aus 6 Ländern -

Gastgeber für Emmen 1999": Katholiek Drents College (KDC) - Niederlande

vom 28.05.99 - 05.06.99

Teilnehmer: 86 Schüler u. 16 Lehrer aus Bielsko-Biala (PL), Emmen (NL), Helsing- borg (S), Kyritz (D), Poprad (SK), Silute (Li) u. Westerstede (D).

 

Anreise: Die Schweden kamen mit einem eigenen Kleinbus. Ein slowakischer Bus brachte die Poprader nach Bielsko-Biala, nahm dort die Polen auf und zusammen fuhr man weiter nach Kyritz/Brandenburg, wo in der Schule übernachtet wurde. Am nächsten Tag stiegen noch die Kyritzer zu und dann ging die Fahrt direkt nach Emmen in der niederländischen Provinz Drenthe, ca 20km hinter der deutschen Grenze.

Den längsten Weg hatten die Litauer. Ihre Fahrt dauerte 20 Stunden, trotzdem kamen sie singend in Westerstede an, um die Westersteder aufzunehmen. Nach einer guten weiteren Stunde erreichten auch sie Emmen. Die Busse standen dann während der Zeit in den Niederlanden für weitere Unternehmungen zur Verfügung.

 

Unterkunft: Das AZeltlager war für 9 Tage im Emmener Sportpark AMeerdijk aufgebaut. Bis auf die beiden großen Gemeinschaftszelte hatten die Teilnehmer ihre eigenen Zelte mitgebracht. Die Räumlichkeiten und die Waschmöglichkeiten des SC Angelsloo standen ebenfalls zur Verfügung.

 

Projektarbeit: Gearbeitet wurde in gemischtnationalen Gruppen, die je nach Thema und Gruppengröße von einem oder zwei Lehrern aus dem internationalen Team betreut wurden.

Die Projektthemen ergaben sich wie in jedem Jahraus der Region. Schwerpunkt waren in diesem Jahr die Provinz Drenthe mit der Umgebung von Emmen, das Ijsselmeer (Abschlußdeich, Wieringer Meer) und Amsterdam.

 

Themen zu Emmen 1999":

- Interview: Befragung Emmener Bürger
- Prähistorie: Hünengräber, Museum Borger
- Hollandgänger/Namensforschung
- Holocaust/Kz Westersterbork
- Immigration in Emmen nach dem 2. Weltkrieg
- Ijsselmeer und Amsterdam
- Projekt Moor und Geest (Untersuchung der Landschaft
  mit Unterstützung vom Veldstudiecentrum Orvelte, mehrere Teilprojekte)
- Foto- und Videodokumentation
- Homepage und Computerdokumentation

 

Geplante Dokumentation des Projektes:

- Homepage: Eine Vorversion wird bis August 99 ins Netz gestellt. Die Endversion folgt bis zum November. Mit dem neuen Projekt im nächsten Jahr wird die Homepage jährlich aktualisiert.
- Das Buch "Emmen 1999" wird auf einem Arbeitstreffen mit Schülern aller teilnehmenden Schulen während der Weihnachtsferien 99/2000 fertiggestellt und anschließend gedruckt.
-
Eine CD "Emmen 1999" wird bis Ende des Schuljahres 1999/2000 erscheinen.
Die 47 Mädchen und 31 Jungen sind jedoch nicht nur zusammengekommen, um miteinander zu lernen und zu forschen. Die Freizeit ist bewußt ein Teil des Projektes. Hier gibt es die Zeit, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen, zu singen und Spaß miteinander zu haben.
Im folgenden wird über das Projekt berichtet. Die Ergebnisse und die gemeinsamen Unternehmungen können in deutscher und englischer Sprache gelesen und in vielen Bildern be-trachtet werden.